Klingender Strom

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Kommentar

Sieht nicht nur schön aus, kann auch äusserst melodiös klingen.

Physik und Musik: Eine gar wunderbare Kombination!
Keine Angst, ich langweile euch nicht mit der x-ten Erklärung zur Physik von Orgelpfeifen.
Nee, heute wirds etwas geekiger. Musik mit Elementarteilchen kennen wir schon – heute bleiben wir in der klassischen Physik und machen Musik mit Blitzen. Genauer: Mit Tesla-Spulen.
Eine audiovisuelle Umsetzung von Arc Attack und dem Doctor wäre dann in etwa so:


Direkt auf YouTube abrocken

Toll, oder?

Das Ding da oben im Video ist eigentlich nichts anderes als eine kleine und eine grosse Spule, die miteinander verwickelt sind – mit einem ebenso grossen Knubbel obendrauf. Soweit so unspektakulär. Aber das Ding mit Physikern und Spulen ist ja, dass sie da gerne ein bisschen Strom durchschicken.
Und ab hier wirds kribbelig1: Wenn man ein bisschen Spannung auf die eine Spule gibt, erzählt die das sogleich der anderen Spule, die das sehr aufregend findet. So aufregend, dass sich Hochspannung bildet, unter anderem und gerade auf dem Knubbel. Spannend finden das auch die Luftteilchen in der Nachbarschaft und ionisieren sich grad mal so.

Tja, dann haben wir also geladene Teilchen und Spannung und hopps, fließen die Teilchen so vor sich hin, wie sie das nun mal gerne bei Spannung machen und der gemeine Mensch nennt das Strom – und ebendieser gemeine Mensch sieht diesen Strom als so Lichtflüsse vom Knubbel weg.
Wenn solche «Lichtflüsse» entstehen, erwärmt sich die Luft in deren Umgebung ziemlich plötzlich, dehnt sich dabei relativ zackig aus — und dieses Ausdehnen hören wir: es knistert. Wenn man jetzt das Knistern und Knacken von der Luft richtig einsetzt, kann daraus Musik entstehen: Die Teslaspule wird ganz oft ein- und ausgeschaltet. Je öfter sie eingeschaltet wird, desto öfter knackt es in der Luft und desto höher nehmen wir das Geräusch wahr. Um etwas zu erhalten, das dem Kammerton a nahe kommt, muss man die Spule 440 mal pro Sekunde ein- und ausschalten. Geht natürlich für jeden anderen beliebigen Ton so. Werden die beliebigen Töne nicht ganz so beliebig aneinander gereiht – Zack! Hat man eine Melodie. Und das ist wunderbar.

  1. Jajaja, 5 Euro in die Kalauerkasse, ich weiß. []
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Kategorien: Bescheuertes, Erklärbär, Experimentatives
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Eine Antwort auf Klingender Strom

  1. Sabine sagt:
    #1

    das hab ich schon mal im Fernsehn gesehn, allerdings mit einem Menschen. Der natürlich geschützt war :)) Sehr interessant und super Bilder die dadurch entstehen.

    grüße
    sabi

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