Inkas, Graphologie und Astronomie

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Kommentare

Vor längerer Zeit, eigentlich schon vor ziemlich langer Zeit, wurde in diesem physikalischsten und selbstreferenziellsten aller Blogs ein Artikel verfasst, der über ein Schriftzeichen berichtete, welches vor noch viel längerer Zeit von einer menschlichen Hochkultur entwickelt wurde, die leider nicht mehr selbstreferenziell sein kann: den Inka. Dabei ging es jedoch nicht um die üblichen Themen, wenn man über alte südamerikanische Kulturen spricht, wie seltsame Ballspiele, Spanier mit Glasmurmeln oder die Fähigkeit, die Dauer eines Monats so genau zu bestimmen, dass man innerhalb eines Jahrhunderts um nur eine Stunde danebenliegt (und das ohne Maple). Es ging um viel Größeres: das -Zeichen.

Nachdem es jahrhundertelang verschollen war, tauchte es damals in einer Physik-Vorlesung (ausgerechnet da!) wieder auf. Es wurde bewundert, bestaunt, angebetet – und wieder vergessen. Aber etwas so Großartiges kehrt wieder, es lässt sich nicht kleinkriegen und vertreiben. Das Schriftzeichen kämpft (zurecht!) um seine Daseins-Berechtigung. Und so kommt es, dass es wieder erschienen ist. Gesichtet wurde es diesmal in einer anderen Vorlesung der selben (exzellenten) Technischen Hochschule in Deutschland, und auch hier findet es regelmäßige Nutzung. Endlich wieder eine Lehrveranstaltung, in dem die deutsche Sprache nicht durch lächerliche Zeichenkombinationen wie “ung” verunstaltet wird, die nun wahrlich nicht im Geringsten das ausdrücken können, was dieses Zeichen uns zu sagen hat.

Die nebenstehende Abbildung zeigt das Zeichen in der modernen Fassung. Die kreisrunden Pocken auf der Oberfläche sind durch das genutzte Schreibgerät bedingt. Es ist auffällig, dass der Bogen im unteren Teil des Zeichens deutlich ausgeprägter dargestellt wird. Dies entspricht der in südamerikanischen Hochkulturen sehr ausgeprägten Kultur der Darstellung von Phallussymbolen. Dafür wird der Schwung des oberen Teils deutlich reduziert, es ist nur ein leichter Bogen enthalten. Dies erleichtert die Schreibung dieses Zeichens erneut um ein Vielfaches und macht es somit noch praktischer als das auch schon unglaublich praktische Vorgängermodell.

Welcome Back, -Zeichen!

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Kategorien: Profs, RWTH
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3 Antworten auf Inkas, Graphologie und Astronomie

  1. Andi sagt:
    #1

    Unglaublich.
    Mysterium, Investigation, alte Kulturen, neue Zeichen.
    Galileo wäre stolz auf das physikBlog.

  2. André sagt:
    #2

    Wir könnten vielleicht auch eine Archeologie-Abteilung gründen, in denen dann heiße Abenteurerinnen durch die Welt ziehen und auf gefährlichsten Wegen versuchen in Erfahrung zu bringen, wie Catcontent früher aussah.

  3. #3

    Sieht so aus wie gewollt und nicht gekonnt aber immerhin habt ihr es probiert.