CERN’ed: Liebe SUSY…

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Kommentare

düd düd düd… Was ist das? Der Wecker? Moment! Das Letzte woran du dich erinnerst, ist, dass du gestern mit ein paar anderen Universen ein-zwei schwarze Löcher heben warst. Und die waren gut! Aber danach?

Dunkel. Dunkler. Dunkle Materie. Pure, Dunkelste Materie.

Und damit wären wir auch schon beim Thema: Was ist jetzt diese Dunkle Materie?

Das Schöne daran ist ja, ich bin damit nicht alleine. Nein, damit will ich nicht sagen, dass mit dem zunehmenden Flatrate-Saufen von Schwarzen Löchern die Zahl der Dunklen Materie-Erlebnisse exponentiell zugenommen hat. Ich spreche von der Dunklen Materie.

Bei Dunkler Materie handelt es sich um ein Phänomen, auf dass man1 mit dem zunehmenden Interesse am Weltraum Anfang des 20. Jahrhunderts gestoßen ist. Man hat dabei bemerkt, dass sich Galaxien zu einem größeren Haufen zusammen finden. An sich nichts besonderes, wenn man daran denkt, dass sich Gegenstände durch die Gravitationskraft anziehen — also auch Galaxien. Nur Leider zu einfach, denn diese Galaxien sind einfach viel zu leicht dafür. Es fehlt also etwas, was sehr schwer ist, aber nicht sichtbar. Im Weltall ist es dunkel, schwer ist generell Materie. Tadaa, die Dunkle Materie war erfunden.

Nun, was soll diese Dunkle Materie sein. Hier im physikBlog ist ja schon das ein oder andere mal auf die unterschiedlichen Arten von Teilchen eingegangen worden. Im sogenannten Standardmodell sind all diese Teilchen zu einer Theorie zusammengefasst. Mit dieser lassen sich alle Phänomene erklären, die man so auf der Erde, dem Universum und dem ganzen Rest kennt.
Sie beschreibt zum Einen, warum der Apfel vom Baum auf deinen Kopf, auf die Erde, und von dort aus nicht weiter fällt. Zum anderen auch, wieso der Apfel der Apfel ist2 als auch, wieso man sich im Fernsehen angucken kann, wie putzigen Katzen ein Apfel auf den Kopf fällt.

Nur eben diese Dunkle Materie erklärt das Standardmodell nicht, und auch nicht mein Dunkel vom letzten Abend. Es kann zwar mittels Neutrinos3 erklärt werden, wieso es sich mit den elektrischen Eigenschaften der Dunklen Materie so verhält, wie es sich nun mal verhält — nur viel zu leicht wäre die Materie dann. Nun hoffen wir beide4, dass uns da irgendwie geholfen werden kann. Und die Lösung nennt sich SUSY.


Normale und s-Teilchen zusammengefasst (klicken macht groß!) [Quelle: http://zms.desy.de]

SUSY ist eine Abkürzung für Supersymmetrie und steht für eine Erweiterung des Standardmodells. Eben um unter anderem zu erklären, woraus Dunkle Materie besteht. Dazu werden die bisherigen Teilchen des Standardmodells um die gleiche Anzahl erweitert; man könnte sagen, jedes Elementarteilchen bekommt einen Zwilling. Daher kommt die Symmetrie im Namen. Die Teilchen sind natürlich keine eineiigen Zwillinge – die wären ja genau gleich – nein, sie haben ein paar andere grundlegende Eigenschaften5. Und damit Mama und Papa die beiden auch auseinander halten können, haben sie einfach vor fast jedes supersymmetrische neue Teilchen ein “s” gesetzt.

Schön und gut sagt ihr – hat man ja jetzt alles erklärt. Nur doof, dass man damit Alles Vieles viel6 viel komplizierter Macht. Es gibt halt einfach viel mehr Teilchen, die man jetzt messen, bestimmen und erstmal finden muss.

Nur wo suchen – denn bisher hat sie noch niemand je gesehen, geschweige denn festgehalten und mal genauer untersucht. Denn dafür werden wiedermal Energien der Größenordnung 100 Giga7 eV. Und sowas großes schafft man eben nur mit dem LHC.

Jetzt kann man sich streiten, ob es nun gut oder schlecht ist, sollte man eines dieser s-Teilchen finden. Findet man das Higgsino, weiß ich leider nicht, ob Herr Higgs dann zwei Nobelpreise, eine Tasse Kaffee oder die Weltherrschaft überreicht bekommt. Aber bis dahin ist ja noch ein bisschen Zeit. Für mich persönlich ist natürlich viel wichtiger,

Liebe SUSANNE, bitte melde dich.

  1. Fritz Zwicky, ein amerikanisch-schweizer CERN-Angestellter Physiker []
  2. recht philosophisch, aber ich meine im wesentlichen Starke und Schwache Wechselwirkung []
  3. Diese kleinen Teilchen, die zwar da sind, die man aber kaum messen kann. Oder nur mit sehr großem Aufwand. []
  4. ich und die Welt []
  5. wie z.B. einen um 1/2 reduzierten Spin, eine höhere Masse, die gleiche Ladung. []
  6. ein paar Sachen macht sie natürlich auch einfacher, mal abgesehen davon, dass Symmetrien die Theoretiker freut []
  7. die Anzahl der Möglichkeiten, 9 Katzen zwischen 10 verschiedenfarbigen Mäusen auswählen zu lassen []
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4 Antworten auf CERN’ed: Liebe SUSY…

  1. hape sagt:
    #1

    hast du das mit den Katzen und Mäusen gerechnet oder experimentell bestätigt?

  2. Christoph sagt:
    #2

    sowohl als auch, oder glaubst du etwa, ich vertrau meinen Rechenkünsten?
    Dabei sind natürlich ein paar Mäuse drauf gegangen. Man glaubt gar nicht, wie schwierig es ist, eine Maus an zu malen, bis man es selbst probiert hat.

  3. Einstein sagt:
    #3

    Hinweise auf Dunkle Materie entdeckte man nicht Anfang des 19.Jahrhunderst, sondern Anfang des 20. Jahrhundert (1933). Im 19.Jahrhundert wusste man überhaupt nocht nicht, was Galaxien sind.

  4. Christoph sagt:
    #4

    recht Herr Einstein. Da ist mir wohl bei tauschen von Ende in Anfang was entgangen ;-)
    Schön wenn die Leser nicht alles glauben was ich erzähle und selber nachlesen! Wurde korrigiert.

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